Chronik der Ortschaft Brochenzell

Das Wappen der Herren Humpis

Brochenzell liegt im breiten Schussental, an der Grenze zwischen dem Linzgau und dem Argengau, direkt an der westlichen Seite der Schussen. Eingebettet in eine herrliche Landschaft ist es nur ein Katzensprung zum Bodensee.

 

Die österreichischen und Schweizer Alpen, überragt vom Säntis, sind zum Greifen nahe. Weite Wiesen und Wälder laden zur Erholung ein. Begünstigt durch das milde Klima wird hier das überall geschätzte Bodenseeobst und der weltbekannte Hopfen angebaut.

 

Die Heimat der Brochenzeller Narren durchlebte eine wechselvolle Geschichte. Brochenzell wurde erstmals im Jahre 861 unter dem Namen Eigileswilare urkundlich erwähnt. Laut dieser Urkunde erhielt das Kloster St.Gallen die Kirche und einen Hof mit den übrigen Gebäuden.

 

Im Jahre 1274 befand sich Brochenzell in den Händen der Grafen von Heiligenberg. Mit dem gesamten Linzgau kam es 1277 von Berthold von Heiligenberg an dessen Oheim Graf Hugo von Werdenberg. Bereits zu dieser Zeit wurde in Brochenzell eine stattliche Burg erwähnt.

 

1401 begann eine eigenständige Entwicklung der Herrschaft Brochenzell, zu der neben dem namensgebenden Hauptort acht weitere Wohnplätze zählten. Die Herrschaft gelangte von den Werdenbergern zunächst an den Konstanzer Bürger Konrad Ruh, dann an Hans von Hewen und schließlich an die Grafen von Montfort.

 

Im Jahre 1447 verkaufte Hugo X. von Montfort wegen finanzieller Schwierigkeiten die Herrschaft "mit Leuten, Gerichten, Gütern, Zwing und Bann, Obrigkeiten, Boten und Verboten und aller Zugehör" an die reichen Ravensburger Handelsherren Itel Humpis d. Ä. und dessen Vetter Jos Humpis d. J. Die Humpis errichteten an der Stelle der alten Wasserburg ein typisches Humpisschloss mit zwei Ecktürmen, von denen allerdings nur noch einer steht.

 

Das Humpisschloss zu Brochenzell

Im Bogen der Eingangstüre ist die Jahreszahl 1580 eingemeißelt. Die Humpis kamen durch Handel und Übernahme von Amtsgeschäften zu beachtlichem Ansehen und Wohlstand. Sie waren Mitbegründer der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft.

 

Doch der dreißigjährige Krieg ging auch an den Humpis nicht spurlos vorüber. Sie gerieten immer mehr in Schulden und so war schließlich Marquard Jacob Humpis gezwungen, sein Rittergut Brochenzell 1721 an das Kloster Weingarten zu verkaufen. Durch die Zahlung von 34500 Gulden war nun Reichsprälat Abt Sebastian Hyller von Weingarten Herrscher über Brochenzell.

 

Der heilige St. Jakobus

Durch die Säkularisation wurde das Kloster Weingarten aufgehoben und somit endete 1803 die Herrschaft der Kirchenfürsten und ging über an die Grafen Nassau - Oranien. Ein Jahr später kam Brochenzell an Österreich und 1805 an die Krone Württemberg. Brochenzell zählte in württembergischer Zeit zur Schultheißerei und späteren Gemeinde Ettenkirch.

 

Seit 1937 gehört Brochenzell zur Gemeinde Meckenbeuren. Brochenzell liegt am schwäbischen Jakobusweg und ist Pilgerstation.

 

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Friday 15.12.2017


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Narrenzunft Brochenzell sagt „ DANKE „


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Kurze u. knackige Fasnet : Vorverkauf startet am 2. Januar 2018