Chronik der Narrenzunft Brochenzell

Elferrat mit Narrenvater Karl Moser

1880: Wie "Alte Brochenzeller Bürger" berichten, fand im Jahre 1880 ein Umzug mit Lotterie statt, den damals mit einer Anzahl Freunden, Herr Strobel organisierte. Die folgenden Jahre, waren die "Anführer" die Herren Weißhaupt und Moser.

 

Nach dem Weltkrieg 1914 - 1918, wurde dann, durch eine größere Anzahl von Freunden der Fasnacht, die Umzüge und das Narrentreiben, zur Tradition, so dass die Beteiligung von Jahr zu Jahr größer wurde. Im Jahre 1937 versank jedes Fasnachtstreiben, infolge der politischen Situation und dadurch, dass viele junge Männer zum Militär einrückten. Als 1939 der unselige Krieg, mit so vielem anderen, auch alles Brauchtum unmöglich machte, sah es 1945, nach Beendigung des Völkerringens, noch schlechter aus. Die folgenden Besatzungs- und Hungerjahre machten scheinbar eine Fasnacht für immer unmöglich.

 

1947: Doch es geschah am Fasnetsonntag 1947

Ein stattlicher Umzug startete und zog in froher, launiger Stimmung durch das Dorf und nach Meckenbeuren. Die Triebkraft der "Brochenzeller Fasnacht" 1947 war, wie schon früher, der als Narrenvater weithin bekannte Karl Moser, der wie sein Vater, sich um die Erhaltung des schönen Brauchtums, mit allen Kräften einsetzte.

 

1948: Im Jahre 1948 wurde auch der Ortsname, während der Fasnacht umgestellt und zwar mit dem geschichtlichen Humpis verbunden, als "Humpishausen" genannt. Der Narrenruf war von nun ab: "Humpis - Ahoi"

 

Der Narrenruf, "Humpis - Ahoi", leitet sich einmal aus der fast dreihundertjährigen Herrschaft der Humpis ab und andererseits aus der Tatsache, dass die Schussen direkt an Brochenzell vorbeifließt und "das Narrenschiff auf ihr durch die Wogen der Zeit gleite, niemals strande und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel sei".

 

1949: Im Jahre 1949 wurde erstmals ein Narrenbaum gesetzt und der schon traditionelle Bürgerball im "Schloss" wurde wieder abgehalten. Die Gruppe, die all die Arbeit für die Umzüge und Veranstaltungen übernahm, wurde "Narrengesellschaft" genannt. Bald wurden Persönlichkeiten, die an Umzügen und Veranstaltungen besonders aktiv waren im ganzen Ort genannt.

 

1955: Schnitzen der ersten Hexenmaske durch Helmut Schmollinger. Die Humpishexe war geboren und die Zunft hatte von nun an ihren eigenen Maskenschnitzer.

 

1957: Am 11 Januar 1957 kam im Gasthaus "Waldhorn" in Brochenzell die "Narrengesellschaft" zu einer Besprechung zusammen zu der alle bekannten Narrenfreunde eingeladen wurden. Zweck der Besprechung, war die Gründung eines Narrenvereins. Der bisherige Förderer und Freund guten Brauchtums, Ivo Hermann, der bisher innerhalb der Narrengesellschaft, die geschäftlichen Teile erledigte, gab den Kassenbestand und Inventarvermögen bekannt.

 

Er sagte: Es ist dringend notwendig, den bisherige Zuständen durch Gründung eines Vereins ein Ende zu machen. Die Lasten, auch finanzielle, und Verantwortung der so genannten "Narrengesellschaft" ruhen auf einzelnen Männern und müssten auf einen Verein übertragen werden. Nach einer Aussprache der Anwesenden, wurde übereinstimmend erklärt, einen Verein zu gründen. Die Gründungsversammlung wurde auf den 20. Januar 1957 festgesetzt.

 

Durch Handzettel wurde die Bevölkerung Brochenzell, zu einer Versammlung eingeladen. Im vollbesetzten Saal des Gasthauses "Waldhorn", wurde die Gründungsversammlung, welche zugleich als Narrenversammlung zur Fasnacht 1957 durchgeführt wurde, abgehalten.

 

Der nächste Punkt war die Bekanntgabe der Tagesordnung.

1. Bericht

2. Fasnacht 1957

3. Wahl des Prinzenpaars

4. Wahl des Vorstandes und Elferrates

5. Anträge und Verschiedenes.

 

Nach der Abhandlung der Tagespunkte wies die Vereinsführung folgende Namen auf:

1 Vorsitzender: Burkart Josef

2 Vorsitzender: Büchler Josef

Hauptkassier: Hermann Ivo

Schriftführer: Moser Felix

Räte: Moser Karl, Moser Eugen, Meirich Ernst, Wiker Matthäus (Deis), Wolf Paul, Wagner Franz, Weißhaupt Franz, Marschall Josef, Feirer Ernst, Keller Anton und Halder Josef

Zunftrat im neuen Zunftrathäs mit den 3 Masken

1958: Das von Josef Burkart getextete "Humpislied" wurde erstmalig gesungen.

 

1959: 1. Prunksitzung im Waldhorn am 24. Januar, Sitzungspräsident Ernst Meirich

 

1960: Der Humpisschellennarr wurde als zweite Gruppenmaske der Narrenzunft Brochenzell am 27.02.1960 im Schloss zu Brochenzell vom Zunftmeister aus Tettnang Herr Dr. Frick feierlich der Öffentlichkeit vorgestellt

 

1962: Gründung der Schlossnarren durch Richard Wagner und Heinrich Schleicher

 

1969: Eintritt in den Internationalen Narrenring bei der Gründungsversammlung am 21.06.1969

 

1970: Kurt Gresser wird neuer Zunftmeister.

Umbenennung des Namens "Narrenverein Brochenzell e. V." in "Narrenzunft Brochenzell e.V." eingetragen beim Amtsgericht Tettnang am 25.04.1970.

 

1971: 30.01.1971 1. Prunksitzung im Feuerwehrhaus Meckenbeuren

 

1972: 15 Jahre Fasnet in Humpishausen

Alle Vorbereitungen zum 15 Jährigen Bestehen der Fasnet in Humpishausen waren abgeschlossen und bekannt gemacht in Stadt und Land. Der Tag begann mit dem Zunftmeisterempfang im Waldhorn 10 Uhr vormittags, wozu alle am Umzug teilnehmenden Zünfte deren Zunftmeister und Vertreter der Gemeinde geladen wurden.

Punkt 14 Uhr begann der Umzug mit über 1200 Maskenträgern, begleitet von Musikkapellen und Fanfarenzügen. Tausende Zuschauer säumten die Straßen um dieses farbenprächtige Fasnetstreiben in Humpishausen mit zu erleben.

 

11.11. um 11:11:11 Uhr erstes "Saure Kutteln" Essen und eröffnen der nächsten Fasnetskampagne.

 

1974: Peter Fath tritt als Hexenmeister mit Maske auf

 

1975: Gründung des Fanfarenzug Brochenzell auf Initiative von Adolf Riegger

 

1982: 25 Jahre Narrenzunft Brochenzell mit Festabend und Jubiläumsumzug

 

1986: 1. Rathaussturm in Buch

Auf Einladung des neuen Bürgermeisters Roland Weiß, wurde in Gemeinschaftsarbeit der beiden Narrenzünfte Brochenzell und Kehlen das neue Rathaus in Buch gestürmt und der Schultes seines Amtes enthoben. Die Narren übernahmen die Macht bis zum Aschermittwoch. Danach war auf Einladung des Bürgermeisters noch ein gemütliches Zusammensein aller Masken im Schulgebäude bei Bier und Wein, Brezeln belegte Seelen usw. Diese Gemeinschaftsarbeit sollte die beiden Zünfte anspornen in dieser Richtung weiter zusammen zu arbeiten.

 

1988: Lothar Rist wird neuer Zunftmeister und Nachfolger vom sehr beliebten und 1987 viel zu früh verstorbenen Kurt Gresser.

 

1991: Leider war es der NZ Brochenzell nur möglich, zwei Umzüge zu besuchen. Dann kamen die Ereignisse am Golf, die uns alle überrollten. Die Fasnet wurde abgesagt durch die Verbände und Ringe in Deutschland. Das Funkenbrennen wurde jedoch wie jedes Jahr abgehalten, allerdings ohne musikalische Begleitung.

 

Einweihung der Humpishalle vom 27.-28.09.1991

 

1992: Verlagerung der Saalfasnet vom Feuerwehrhaus Meckenbeuren in die Humpishalle Brochenzell. Die Fasnet ist wieder im Dorf! In dieser sehr schönen neuen Halle erlebt die Brochenzeller Fasnet überaus erfolgreiche Fasnetsbälle und Prunksitzungen.

 

1994: Peter Müller wird neuer Zunftmeister

 

1997: 40 Jahre Narrenzunft mit Jubiläumsumzug

 

1998: Konrad Bergler wird neuer Zunftmeister

 

2000: 25 Jahre Fanfarenzug Brochenzell mit großem Umzug und Festschrift 40 Jahre Humpisnarren mit Festschrift

 

2001: Konvent des Alemannischen Narrenring mit Neuwahlen am 07.04.2001 in der Humpishalle Brochenzell. Neuer Narrenmeister wird Charlie Maier.

Internetauftritt der Narrenzunft Brochenzell

 

2005: 50 Jahre Humpishexe mit Fotoausstellung, Jubiläumsabend, Hexenspuk und der langen Nacht der Hexen.

 

2006: Erstmals gibt es eine Jugenddisco

Grandiose Prunksitzung mit neuem Konzept. Am Gumpigen Donnerstag erstmals Fasnetsausschreien, Hemedglonkerumzug und Dorffasnet in allen Wirtschaften, das von der Bevölkerung sehr gut angenommen wird.

Büttel Edwin Lanz und der damilige Zunftmeister Konrad Bergler führen den Hemedglonkerumzug an.

2007: Großes Jubiläum 50 Jahre Narrenzunft Brochenzell

mit Jubiläumskalender, Freundschaftsparty mit befreundeten Zünften, Jubiläumsumzug mit ANR-Freundschaftstreffen und einem Hexenspuk mit vielen einheimischen und auswärtigen Hexen.

 

2008: Markus Lanz wird neuer Zunftmeister

 

2009: Zum ersten Mal ist das Kräuterweible auf den Narrensprüngen vertreten. Die noch einzelne Figur läuft direkt hinter der Zunfttafel und vor dem Zunftrat.

Am 11.11. ruft Zunftmeister Markus Lanz offiziell die neue Maskengruppe der Kräuterweible aus. Ab der Kampagne 2010 sind somit mehrere Kräuterweible auf den Narrensprüngen vertreten.

 

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Saturday 21.10.2017


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